E-Mail gehört zu den Diensten, die Kunden täglich nutzen. Auf vielen Hosting-Plattformen sehen sie bei jeder Anmeldung den Namen eines anderen Anbieters. Domain-Branding ersetzt diesen Auftritt durch Ihr Logo, Ihre Farben und Ihre Supportkontakte unter Ihrer eigenen Webadresse. Auf dem Bildschirm erscheint dabei kein Hinweis auf uns. Dies verändert jedoch weder Markenrechte noch garantiert es, dass Nutzer die Marke erkennen.
Diese Seite erklärt, was sich anpassen lässt, wie Zertifikat und DNS behandelt werden und worin sich das Branding einer einzelnen Domain vom Branding des gesamten Kontos unterscheidet.
Was Domain-Branding tatsächlich ändert
Ein Markenprofil enthält die visuelle Identität und die Kontaktdaten, die unsere Angaben ersetzen:
| Einstellung | Wirkung |
|---|---|
| Logo für helles und dunkles Design | Zwei Varianten, damit die Oberfläche in beiden Designs passend aussieht |
| Favicon | Das Symbol im Browser-Tab, das leicht vergessen wird |
| Primär- und Akzentfarbe | Wird in der Oberfläche verwendet, statt nur darübergelegt zu werden |
| Eigene Domain | Webmail wird über Ihre Adresse statt über unsere bereitgestellt |
| Support-URL und E-Mail-Adresse | Dorthin wenden sich Nutzer bei Problemen: an Ihren Support, nicht an unseren |
| Absender für Systemnachrichten | Die Adresse, von der System-E-Mails versendet werden |
Die letzten beiden Punkte sind wichtiger als die Farben. Wer sich nicht anmelden kann, kontaktiert meist die Stelle, die in der Oberfläche genannt wird. Bleiben beim Domain-Branding unsere Supportdaten stehen, melden sich Ihre Kunden bei uns zu einem Produkt, das sie für Ihres halten. Das ist für beide Seiten ungünstig.
Pro Domain oder für das ganze Konto
Ein Markenprofil hat einen Geltungsbereich. Die richtige Auswahl ist der wichtigste Teil der Einrichtung.
Kontobereich gilt standardmäßig überall. Das passt, wenn das gesamte Konto zu einem Unternehmen gehört: eine Identität, einmal eingerichtet, ohne Verwaltung je Domain.
Domainbereich verknüpft ein Profil mit genau einer Domain. Das ist für Agenturen gedacht: Jede Kundendomain trägt die Identität des jeweiligen Kunden, und dessen Mitarbeitende sehen bei der Anmeldung ihr eigenes Unternehmen, weder Ihres noch unseres.
Beide Bereiche lassen sich sinnvoll kombinieren. Ein Profil auf Kontoebene deckt alles ab, was Sie nicht ausdrücklich überschreiben. Wo ein Domainprofil vorhanden ist, hat es Vorrang. So können Ihre eigenen Domains Ihre Unternehmensmarke tragen und ausgewählte Kunden jeweils ein eigenes Branding erhalten, ohne jede Domain einzeln konfigurieren zu müssen.
Eigene Domain und Zertifikat
Webmail unter Ihrer eigenen Adresse bereitzustellen umfasst mehrere Schritte, weil dafür DNS und TLS statt nur eines Uploads erforderlich sind.
Sie richten für einen Hostnamen, üblicherweise mail.yourdomain.com, einen DNS-Eintrag ein, der auf uns verweist. Sobald er korrekt aufgelöst wird, kann automatisch ein Zertifikat von Let's Encrypt ausgestellt werden. Die Plattform überwacht Ablauf und Erneuerung, wobei DNS und die Zertifizierungsstelle weiterhin maßgeblich sind. Zusätzlich werden A-Eintrag, PTR, SPF und HELO regelmäßig einzeln geprüft, damit ein Fehler konkret benannt werden kann.
Diese Prüfungen sind nötig, weil Domain-Branding neben der Darstellung auch den Versand von Systemnachrichten berührt. Wenn diese von Ihrer Adresse kommen, muss sie zum Senden autorisiert sein. Andernfalls steigt das Spamrisiko. Eine Zustellung im Posteingang lässt sich dennoch nicht garantieren. Die SPF-Prüfung hilft, genau diese Autorisierung zu erkennen; SPF einrichten erläutert den Eintrag.
Die Ausstellung des Zertifikats erfolgt nicht sofort. Warten Sie, bis DNS propagiert und die Zertifizierungsstelle das Zertifikat ausgestellt hat, bevor die Adresse funktioniert. Das dauert häufig Minuten, kann aber länger dauern.
Was weiterhin bei uns bleibt
Eine klare Beschreibung dieser Grenze verhindert spätere Missverständnisse.
Domain-Branding umfasst die Oberfläche, die Ihre Nutzer sehen. Es ändert nicht die Hostnamen der Mailserver. Wer Nachrichtenkopfzeilen prüft, kann daher erkennen, wo eine E-Mail verarbeitet wurde. Das ist bei White-Label-E-Mail-Angeboten üblich. Normale Nutzer sehen es meist nicht, technisch interessierte Empfänger können es feststellen.
Auch die Endpunkte für IMAP und SMTP ändern sich nicht, sofern Sie diese nicht separat konfigurieren. Beim Einrichten von Outlook oder eines Mobiltelefons sehen Nutzer Serveradressen. Wenn ein vollständig gebrandeter Ablauf wichtig ist, sollten Sie diesen Teil vorab einplanen.
Von Anfang an richtig einrichten
Aus Einrichtungen, die nachgebessert werden mussten, ergeben sich einige praktische Hinweise.
- Stellen Sie beide Logovarianten bereit. Ein einziges Logo für beide Designs kann etwa dunklen Text auf dunklem Hintergrund unlesbar machen und wirkt gerade dort unprofessionell, wo ein guter Eindruck wichtig ist.
- Prüfen Sie das Favicon. Es wird besonders häufig übersehen, ist aber den ganzen Tag in jedem geöffneten Tab sichtbar.
- Testen Sie Farben mit echten Inhalten. Eine Akzentfarbe, die auf einer Website funktioniert, kann hinter Fließtext schlecht lesbar sein.
- Legen Sie Supportkontakte vor der Ankündigung fest. Sobald Nutzer gebrandetes Webmail sehen, behandeln sie es als Ihr Produkt und wenden sich an die dort genannte Stelle.
- Prüfen Sie, ob die DNS-Checks erfolgreich sind, statt dies anzunehmen. Die Ergebnisse sollten ausdrücklich kontrolliert werden.
Abgrenzung zum vollständigen White Label
Domain-Branding gilt für das Webmail, in dem sich Nutzer anmelden. Nach den hier beschriebenen aktuellen Tarifen ist es in jedem Tarif enthalten. Für viele Unternehmen deckt das den Bedarf ab: Mitarbeitende und Kunden sehen den erwarteten Unternehmensauftritt.
Das separate Abonnement White Label Lite kostet nach der hier beschriebenen Preisstruktur $39 pro Monat oder $389 pro Jahr. Es erweitert das Branding auf das Dashboard zur Verwaltung von Domains und Postfächern. Das ist relevant, wenn Kunden ihre Konten selbst verwalten und nicht nur E-Mail nutzen. Solange das Abonnement aktiv ist, umfasst es außerdem 10% Rabatt auf die jeweils aktuellen Drive-Preise. Preise, Umfang und Verfügbarkeit können sich ändern.
Entscheidend ist, wer sich wo anmeldet. Öffnen Kunden nur Webmail, genügt Domain-Branding meist. Verwalten sie auch eigene Domains, braucht auch das Dashboard ein Branding; dafür ist das kostenpflichtige Zusatzangebot vorgesehen.
Einheitlicher wird der Auftritt zusammen mit einer Signatur je Domain, denn diese sehen Empfänger außerhalb des Unternehmens tatsächlich. Mehr dazu unter Signaturen je Domain.
Was Nutzer wirklich wahrnehmen
Erfahrungen aus mehreren Einführungen zeigen, dass gewöhnliche Nutzer oft andere Elemente bemerken als jene, in die bei der Einrichtung die meiste Zeit fließt.
Die Anmeldeseite prägt den ersten Eindruck, weil Nutzer sie ohne weiteren Kontext sehen. Mit passendem Logo und passenden Farben ordnen sie meist auch die folgende neutrale Oberfläche demselben Unternehmen zu. Eine Wiedererkennung ist wahrscheinlich, aber nicht garantiert. Deshalb lohnt es sich besonders, diese Seite sorgfältig zu gestalten.
An zweiter Stelle steht der Browser-Tab, der oft ausgelassen wird. Nutzer lassen Webmail neben vielen anderen Tabs geöffnet und finden es über das Favicon. Ein Standardsymbol kann den übrigen Markenauftritt abschwächen, weil es besonders häufig sichtbar ist.
Drittens folgen System-E-Mails, die besonders oft vernachlässigt werden. Zurücksetzen des Passworts, Speicherwarnungen und Anmeldehinweise erscheinen mit Absenderadresse und Supportkontakt im Posteingang. Nennen diese weiterhin uns, endet das Branding an der Oberfläche und wirkt gerade in einem problematischen Moment uneinheitlich.
Kaum jemand bemerkt dagegen eine exakt identische Farbabstimmung. Eine sehr ähnliche Nuance der Markenpalette reicht meist aus; den Unterschied zwischen exakt und nahezu korrekt sieht gewöhnlich nur die Person, die den Farbton ausgewählt hat.
Einführung für bestehende Nutzer
Bei einer aktiven Nutzerbasis erfordert die Einführung etwas mehr Sorgfalt als bei einem neuen Konto. Eine über Nacht veränderte Oberfläche kann vorsichtige Nutzer an einen Sicherheitsvorfall denken lassen.
Informieren Sie die Nutzer vorher kurz und erklären Sie die Änderung. Eine Nachricht zur neuen Darstellung und Webadresse kann Rückfragen zu einer möglichen Phishing-Seite reduzieren, auch wenn sich Reaktionen nicht vollständig vermeiden lassen.
Lassen Sie die alte Adresse während des Übergangs erreichbar, sofern Ihre Konfiguration dies unterstützt. Lesezeichen und gespeicherte Passwörter verweisen auf die bisherige URL. Eine Weiterleitung kann Zeit zur Umstellung geben, doch das Verhalten gespeicherter Anmeldedaten hängt von Browser und Client ab.
Ändern Sie Supportkontakte gleichzeitig mit der visuellen Identität. Verweist eine gebrandete Oberfläche weiter auf unseren Support, entstehen Anfragen, die wir mangels Kenntnis Ihrer Nutzer und Kommunikation oft nicht sinnvoll beantworten können.
Wenn Sie mehrere Kundendomains branden, beginnen Sie mit einer und beobachten Sie sie eine Woche lang. Probleme wie ein ungeeignetes Logo im dunklen Design, eine schlecht lesbare Farbe oder eine fehlgeschlagene DNS-Prüfung lassen sich so einmal statt vielfach beheben.
Wann Branding nicht nötig ist
Branding ist nicht für jedes Konto automatisch die richtige Wahl. In zwei Fällen kann es sinnvoller sein, die Standarddarstellung beizubehalten.
Wenn alle Nutzer interne Mitarbeitende sind und die Plattform genau kennen, ist Domain-Branding vor allem Dekoration. Es schadet nicht, löst aber möglicherweise kein konkretes Problem, sodass die Einrichtungszeit anderswo besser investiert sein kann.
Wenn Sie als Wiederverkäufer bewusst als Vermittler sichtbar bleiben möchten, kann nur teilweises Branding ausweichend wirken. Manche Kunden wollen den zugrunde liegenden Anbieter kennen, besonders wenn sie für Compliance verantwortlich sind. Das ist eine Positionierungsfrage und keine technische Entscheidung. Treffen Sie sie bewusst, statt die Voreinstellung entscheiden zu lassen.